Netvertibles – Warum und welches?

Netbooks sind schon seit gute 2 Jahren allseits bekannt und haben ihre Nische gefunden. Ein neuer Trend sind die Tabletts, von Apple erfunden, und in meinen Augen nur sinnvoll, wenn man genügend Geld hat und sich so ein Pad als mobiles, handliches Fotoalbum anschafft. Selbstverständlich versuchen jetzt alle auf dem Tabletmarkt (Zwischenfrage: Welcher Markt?!) mit einzusteigen. Ich selbst kann mir schon vorstellen ein Tablet zu benutzen, allerdings wirklich nur als Viewer für eine Onlinezeitung oder so. Sobald es daran geht einen Touchscreen als Eingabe (hier als Tastatur) zu benutzen, kräuseln sich bei mir die Zehennägel. Das gewohnte Feedback der Tastatur fehlt absolut. Zum anderen sind die ganzen Touchscreens irgendwie immer zu langsam. Ich habe immer das Gefühl, dass ich warten muss, bis etwas passiert.

Den einzig richtigen Weg gehen, (bis der Preis der Tabletts stimmt) die Netvertibles. Netbooks mit einem um 180° Drehbarem Touchscreen, um es einmal als Pad und einmal als Netbook zu benutzen. Nachdem mir die Leistung der Netbooks noch nie so gut gefallen hat, um mir eins zu holen, bin ich jetzt aber um so mehr daran interessiert mir eventuell ein Netvertible zu holen. Um irgendwo einen Film zu schauen wäre ein Pad geschickt, aber ein Notebook fast noch besser, wenn ich schnell was aufschreiben will. Ein Netvertible ist also genau das was ich brauche. Nur um mobil zu sein. Photoshop und Spiele, kurzum alles anspruchsvolle, was glaube ich in den nächsten 10 Jahren auch nicht in eine Cloud kommt, sind und bleiben auf meinem Desktop PC. Dafür brauche ich kein Meganotebook, für das ich ca 1000€ mehr zahle als für einen Desktop PC mit vergleichbarer Hardware nur um mobil zu sein.

Ich selbst habe mir für meinen mobilen Arbeitsplatz einige Kriterien gesetzt, weswegen ich mir bisher auch noch kein Netbook gekauft habe. Zum einen sollte es eine Möglichst große Tastatur haben, da ich mit so ganz kleinen Netbook Tastauren nicht so recht umgehen kann. Die Tastaturen von den Asus Eee PCs wäre mir am allerliebsten, weil sie fast einer normales Tastatur entsprechen. Auch sollten die Tasten nicht die allerdünnsten sein und einen guten Anschlag haben. Das Display muss nicht groß sein. Wichtig ist mir nur die Auflösung. Sie sollte schon den HD-Standard erfüllen, damit ich HD Filme auch in voller Auflösung sehen kann. Beim Arbeiten brauche ich aber auch meinen Platz. 1024px Breite ist mir schon fast zu wenig.

Ich habe Jahrelang mit einem 1,8 GHz Prozessor und 1 GB RAM gearbeitet. Ich bin der Meinung, dass das auch völlig ausreicht und man für Büroarbeiten oder zum surfen nicht mehr braucht. Ein Netbook mit 1,6 GHz wäre in meinen Augen voll und ganz ok, allerding würde ich dann aber schon gerne 2 GB RAM drin haben, da auf meinem Netvertible fast mit absoluter sicherheit Windows 7 laufen wird und das schon ein wenig mehr Arbeitsspeicher benötigt, als damals mein XP. Die Grafikkarte ist mir bei einem Netvertible aber eigentlich egal. Ich brauche sie ja nicht zum Spielen. HD Filme und Windows Aero sollte sie aber absolut flüssig Darstellen können.

Da ich schon oft Probleme mit meinen Festplatten in meinem Desktop PC hatte wünsche ich mir die Mechanik aus dem Netbook weg. Eine SSD ist ein absolutes muss für mein Netvertible, da ich mir nicht vorstellen kann, dass eine normale HDD 5 Jahre problemlos überlebt. Auch einen Lüfterloses Netbook fände ich nett. Zumindest sollte ich den Lüfter nicht ständig als Lärmquelle wahrnehmen.

Ein Punkt stellt sich aber noch bei jedem Notebook. Der Akku. Hier bin ich absolut anspruchslos. Selbstverständlich freue ich mich über lange Akkzlaufzeiten, allerdings glaube ich auch, dass mir 4 Stunden beim surfen genügen würden. Und das schaffen alle Modelle, die ich gefunden habe. In der Zwischenzeit werde ich bestimmt immer eine Steckdose finden.

Vergleich

Nun fangen wir mal an die Modelle, die in Frage kommen gegeneinander auszuspielen:

Zu aller erst einmal das Netvertible des Netbookerfinders ASUS.

Hier kommen die Modelle Eee PC T91, Eee PC T91MT und Eee PC T101MT

imageEigentlich 3 mal das gleiche Modell mit ein paar kleinen Unterschieden. Das Eee PC T91 unterstützt kein MultiTouch im Gegensatz zum Eee PC T91MT. Multitouch sollte ein Netvertible schon haben, da sich sonst nicht die ganzen Vorteile eines Touchscreens nicht nutzen lassen. Beide Notebooks arbeiten allerdings nur mit einem 1,33 GHz Prozessor.

Das Eee PC T101MT hingegen hat einen 1,66 GHz Prozessor und 10’’ anstatt 9’’. Leider ändert das an der mageren Auflösung von nur 1.024 x 600 nichts.

Die Preisspanne liegt zwischen 460 – 480€ wobei die kleinen T91 Modelle wegen ihrer 32 GB SSD mehr kosten als das MT Flaggschiff mit der 320 HDD.

Trotz schickem, schlankem Design und einem vergleichsweise großem Touchpad kommt dieses Notvertible in keiner Ausführung für mich in Frage.

Das nächste Netvertible, dass für mich in Frage kommt wäre das Lenovo IdeaPad S10-3.

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Mit seinem 10,1’’ Multitouchscreen, 1.6GHz und 1GB RAM spielt es in der gleichen Liga wie der Asus Eee PC T101MT. Leider ist auch hier eine HDD mit 250GB verbaut. Die Auflösung ist auch hier nicht besonders gut. Man muss mit mageren 1.024 x 600 Pixeln auskommen.Mir persönlich gefällt das Design nicht besonders, aber das ist ja Geschmackssache.

Der bedeutendste Grund warum ich mir dieses Netvertible nicht kaufen würde ist die Form. Es ist nicht nur höher als die anderen sondern der Akku steht auf der Rückseite viel zu weit raus (beim 8 Zellen Akku für 8 Stunden). Als Pad-Ersatz ist es in meinen Augen nicht zu gebrauchen. Da kann auch die tolle Tastatur nichts dran ändern. Zu haben ist das nette Gerät ab 440€.

Einen wirklichen Unterschied bis auf das Design gibt es zwischen Asus und Lenovo also nicht.

Gigabyte T1000P

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All zu viel gibt es hier nicht zu sagen. Noch ist es nicht verfügbar, aber die Daten sind schon bekannt.

Vom Design her entspricht es wohl am ehesten einem stinknormalem Notebook. Eher funktional als schick. Warum auch nicht?

Das T1000P hat allerdings ein HD 10,1’’ Display mit 1366×768 Pixeln. Ein Kriterium hat es also schon erfüllt. Darüber hinaus hat es noch ein Intel Atom N450 mit 1,6 GHz und 1 GB Ram. Leider hat es nur eine 250GB HDD und keine SDD. Also doch nichts für mich. Ein weiterer Nachteil ist außerdem noch das Touchpad. Die Maustasten Links und Rechts neben dem Pad? Das ist doch wirklich doof. Besonders für mich als Opera User. Vor und Zurück durch das nacheinander klicken der Tasten ist somit für mich unmöglich.

Trotz allem ist es wirklich ein sehr solides Netvertible mit dem man sicherlich nicht unzufrieden sein wird. Preislich wird sich das Netvertible bei über 500€ einordnen. Wie viel genau es dann später kosten wird ist noch nicht bekannt. Genau 639 Euro sollen es dann sein ohne OS!

Das vierte Netvertible ist das Viliv S10 Blade

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Es ist ein meinem Vergleich das absolute Flagschiff, das aber momentan noch nicht in Deutschland verfügbar ist. Vorne weg: Der Preis für das Einsteiger Modell liegt bei $699.00 was bei aktuellem Dollarkurs ca. 580€ sind. Allerdings mit XP und nur einer 60GB HDD. Maximal kann man $1219.00 (ca 1000€) für das Viliv S10 ausgeben, dann allerdings mit einer 64GB SSD, Windows 7 HP und einem eingebauten HSPA Modem. Außerdem gibt es nur bei der teuersten Version den Intel Atom Z550 mit 2.0GHz, sonst wird der Intel Atom Z530 mit 1.6GHz verbaut.

Ich habe mir für den Vergleich die meiner Meinung nach akzeptabelste Lösung rausgesucht. Nämlich das zweitgünstigste Modell für $797.00 (660€) mit einem 1.6GHz Prozessor, einer 32GB SSD und Windows 7 HP.

Der Preis rechtfertigt sich aber nur wenn man auch noch die anderen Bauteile des Viliv S10 kennt. Das absolute Highlight ist nämlich der Bildschirm. Er unterstützt Multitouch und das sogar mit 3 Punkten gleichzeitig. Wozu es gut sein soll weiß ich noch nicht, aber da lassen sich sicherlich Anwendungsmöglichkeiten finden. Außerdem soll die Touchfunktion sehr präzise sein. Außerdem ist die Auflösung größer als beidem Lenovo oder den Asus Netvertibles. Es sind ganze 1366×768 Pixel was in meinen Augen doch schon einiges ausmacht.

Außerdem kommt es deutlich schlanker daher, als die Vergleichsmodelle. Der Akku ist, wie es sich gehört, das größte Bauteil und soll bis zu 10 Stunden halten. Er ist ca 3x so groß wie das Mainboard und steht nicht raus sondern ist mittig platziert.

Genial ist auch, dass das Netvertible absolut leise ist, da keine Mechanischen Bauteile verbaut sind. Keine HDD und kein Lüfter.

Obwohl ich vom Viliv S10 begeistert bin gibt es doch noch ein paar Wermutstropfen:

  • Der Ram lässt sich momentan noch nicht von 1GB auf 2GB upgraden
  • Die Lautsprecher sind katastrophal. Sie befinden sich unter der Tastatur und es ist wirklich grässlich darüber Musik oder einen ganzen Film zu hören.
  • Es gibt zwar einen Audio Aus- aber keinen Audio Eingang. Also brauch man ein USB-Headset für Skype oder so wenn man das eingebaute Mikro nicht verwenden möchte.

Fazit

Trotz Preis und kleiner Makel würde ich mir wenn überhaupt nur das Viliv kaufen, da es meine Hauptkriterien erfüllt, auch wenn das Gigabyte T1000P wirklich ein starker Gegner ist, leider aber ein wenig Backsteinmäßig daherkommt. Vielleicht ist die Lösung mit einem Pad und einem Notebook im Endeffekt doch billiger, wenn auch nicht praktischer. Erst mal abwarten und weiterhin auf dem laufenden bleiben.

Edit: Mein Netvertible das ich mir inzwischen angeschafft habe: Aces Aspire 1825PTZ

Ich habe noch ein Video bei netbooknews.de gefunden, wo das Gigabyte T1000 mit dem Lenovo Ideapad S10-3t mit dem Viliv S10 verglichen wird.

Bei 6:34 wird es genau auf den Punkt getroffen, was momentan gerade das Problem bei den Netvertibles ist.

Wozu würdet ihr tendieren? Netvertible oder Pad + Note- / Netbook?

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