Kurios aber nicht mehr Zeitgemäß

Ich bin gerade aus dem Lachen fast nicht mehr rausgekommen. Es ist wirklich beeindruckend was heute so alles als moderne Technologie verkauft wird. Ok, zum Thema. Ich habe gerade meinen Google+ Stream durchgeschaut. Dabei habe ich einen Link zu dem Holozaen Blog gefunden. Der Blog rund um den Haushalt und Mode und so klang an sich dann erst mal nicht so spannend. Doch dann ist mir dieser Artikel ins Auge gesprungen. Die Verlosung eines myKic Küchencomputers.

Wer sich schon mal mit dem Kauf einer Küche beschäftigt hat, weiß wie teuer das werden kann. Dieser Computer passt da voll in das Preissegment. Ganze 800€ kostet dieser PC. Hier habt ihr mal ein Bild und ein Video zu dem Gerät:

 

Aufgebaut ist das ganze auf einem Industrie-Computer. 8GB Flashspeicher, 1GB Ram und ein x86 Prozessor, der sich nicht weiter spezifizieren lässt. Ich vermute ein Atom Prozessor mit 1,2 Ghz. Highlight ist der Touchscreen. Nicht wie von einem Tablet gewohnt ein kapazitiver, sondern ein resistiver. Zudem kommt noch ein Kassenbon-Drucker.

Besonders der resistive Touchscreen wurde überhaupt nicht bedacht. Einem kapazitivem Touchscreen kann man eine Glasplatte drüber legen und ihn in der Küche mit einem Lappen abwaschen. Ein resistiver Touchscreen ist jedoch nicht Wasserdicht und lässt sich somit nur schwer bis gar nicht von Fett befreien. Viel Spaß in der Küche damit! Nach einem Jahr solltet ihr die ersten Pixelfehler bekommen, wenn das Fett durch die Membran dringt.

Eine weiter Frechheit ist die Software die extra für den Einsatz in der Küche gedacht ist. Für mich, der täglich mit solchen Systemen arbeitet und geeignete Oberflächen entwickelt ist es eine Frechheit. Die Software sieht aus wie wenn sie von einem Entwickler entworfen wurde. Ich wette, das hat noch nie ein Usability Engineer oder Designer gesehen. Deutlich schlimmer finde ich aber, dass dieses Programm auf Windows 7 aufgesetzt ist. Windows 7 kann zwar Touchscreen unterstützen aber es macht keinen Spaß. Außerdem gibt es keine Programme die einem neben dem vorinstallieren Programm noch in der Küche unterstützen kann.

Dabei werden ja Linux Treiber mitgeliefert. Es hätte ja nicht all zu schwer sein können ein x86 Android auf das Ding zu portieren. Doch dann hätte man auch gleich ein Android Tablet nehmen können. Das müsste nicht an der Wand hängen, sondern könnte man auch mit rumtragen und sauber machen. Zudem gibt es dort für den Nutzer zig andere Apps die diese Funktionen mindestens genau so gut können wie das Vorinstalliere Programm auf dem myKIC.

Für alle die, die jemals in die Verlegenheit kommen seiner Frau solch ein “Küchenhelfer” ausreden zu müssen:

Kauft eurer Frau ein Tablet und ein Tabletständer für die Küche. Ihr spart bei den aktuellen Preisen 400€. Dann könnt ihr wahlweise eurer Frau noch ein Smartphone kaufen wo sie dann ihre Einkaufsliste beim Einkaufen ansehen kann, oder ihr müsst das Tablet mit dem Drucker verbinden. Bleibt euch überlassen. Und schwupps habt ihr einen Küchencomputer.

Auch wenn dieses Gerät nicht meinen Anforderungen entspricht mache ich trotzdem mal bei der Verlosung mit. Vielleicht fällt mir ja noch etwas ein wo so ein PC dringend hin muss.

Zugutehalten darf man den Entwicklern aber, dass sie wohl vor iPad und Co mit der Entwicklung der Geräts angefangen haben. Vielleicht arbeiten sie schon an einer Version für Android oder iOS. Die Idee ist gut, der Preis und die Hardware mehr als veraltet.

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9 Comments

  • holozaenBea sagt:

    Hallo,
    Danke schön das du auch an meiner Blogparade teil nimmst auch wenn ich mich Frage wozu wenn dir das Gerät an sich nicht gefällt. Von den technischen Sachen, die du angesprochen hast, hab ich keine Ahnung und kann da leider nichts zu sagen.

    Du scheinst ja noch sehr jung zu sein und vielleicht kennst du das auch nur so das „NUR die Frau“ zuständig ist für die Küche oder für`s einkaufen. Bei uns ist jeder dafür zuständig.
    Der Küchen Computer wird so wie er ist, von all unseren Familienmitgliedern genutzt und hängt immer an der selben Stelle. Ist auch nicht „Personen gebunden“ Kann aber auch z.B. „unter Glas „ in die Arbeitsplatte eingebaut werden.

    Würde ich z.B. alles auf einem iPad haben und diesen zum Einkaufen mitnehmen, wäre das für alle anderen doch Sinnfrei. Ich möchte mich als Frau doch nicht damit rumschlagen, ein Tablet erst an den Drucker anzuschließen, damit ich endlich Einkaufen fahren kann. Auch mein Mann ist kein Computer Profi. Frau möchte es einfach und das bietet der myKic und dabei geht es ja nicht nur um den Einkaufszettel es geht um die Stundenpläne unserer Kinder und all unsere Termine.

    Die Software empfinde ich als übersichtlich und leicht zu bedienen und ist für mich als User keine Frechheit.

    Gruß
    Beate

  • passsy sagt:

    Das Tablet würdest du ja dann auch nicht zum einkaufen mitnehmen. Das würde dann so an der Wand kleben wie dieses Gerät. Nur weil man es rumtragen kann muss man das ja nicht. Dann kann es jeder nutzen und neue Einkäufe bei Wunderlist oderso eintragen. Du kannst es dann beim einkaufen von deinem Handy aus lesen.

    Das drucken ist auch kein Problem. Du musst nicht den Drucker anschließen wie bei einem PC. Du musst nur drucken drücken und das Dokument wird über das Netzwerk gedruckt. Fällt dann halt bei euch im Drucker raus und nicht direkt aus dem Gerät.

    Für Termine gibt es auch zig Apps. Und ich würde einfach mal stark bezweifeln, dass alle davon schlechter sind als das was bei euch vorinstalliert ist. Ein Termine Widget auf den Homescreen und alle Termine sind im Blick.

    Mich würde mal interessieren wie der Touchscreen unter Glas angebracht werden kann? Dann kann man ihn doch nur mit Maus und Tastatur bedienen und nicht wie vorgesehen mit dem Touchscreen.

  • Manfred sagt:

    Hallo,
    deinen Beitrag habe ich (‚Der Entwickler’) gelesen und kann dein Statement aus deiner Sicht hier und da auch nachvollziehen!
    Ich versuche mal kurz das System zu umschreiben, ohne, dass ich dich vom Gegenteil überzeugen möchte/will.
    Die Idee hinter dem System hat absolut nichts mit einem Tablet oder iPad zu tun. Wir haben das System gemeinsam mit 12 Haushalten entwickelt (Alter zwischen 25 und 68). Im Vordergrund stand, die üblichen Zettelchen die man so im Haushalt findet, Kalender, Omas Rezepte, Handbücher u.s.w. in einem System zu vereinen. Es sollte einfach und übersichtlich sein und ganz einfach zu bedienen. Das haben wir, denke ich, umgesetzt und viele weitere nützliche Dinge mit integriert z.B. Kochuhr, Radio u.v.m.
    myKIC hat seinen festen Platz in der Küche z.B. in einem Schrank eingebaut und ist für Jeden, jederzeit zugänglich. In das System können diverse Dinge integriert werden, bei uns ist es z.B. unsere Heizung, die über das System gesteuert werden kann. (Mit einem iPad oder Tablet so nicht möglich). Andere haben die Haustechnik oder die Photovoltaikanlage mit integriert u.s.w. Wir werden natürlich noch viele andere nützliche Dinge mit integrieren, das geht in den Bereich Smart-Home, wo u.a. für älter Benutzer die ‚Seniorenfunktion’ eine wichtige Sache sein wird.
    Zu der Hardware. Wir haben sehr lange daran gearbeitet und getestet, auch mit Tablet-PCs, auch mit Android u.s.w. Letztendlich haben wir uns für den Industriestandard entschlossen, der was die Technik angeht, nicht auf dem neuesten Stand sein kann. Dafür steht hier eine
    hohe Qualität und eine lange Verfügbarkeit, eine lange Garantiezeit und vor allem, das System ist robust. Das System hält einige ‚Schläge’ aus und ist für den Dauerbetrieb ohne Wäremprobleme ausgelegt.
    Zu dem Touch noch ganz kurz, auch hier ist ein absolut robuster Touch (kein 08/15) im Einsatz, der unter anderem in Maschinen zum Einsatz kommt, hier kann auch mal mit schärferen Mitteln geputzt werden, kein Problem.
    Natürlich bietet ein kapazitiver Touch viele Vorteile was die Pflege angeht. In der Basisversion haben wir uns jedoch für den resistiven Touch entschieden und das hatte nur den einen Grund, nämlich Sonnenlicht. Da das System einen
    festen Platz hat, gibt es bei Sonneneinstrahlung mit dem kapazitiven Touch zum Teil erhebliche Probleme, man kann zu bestimmten Tageszeiten einfach nichts lesen und dies haben wir mit dem resistivem Touch doch sehr gut im Griff.
    Und zum Drucker, das war und ist das ‚I-Tüpfelchen’. Nach wie vor kaufen die weitaus meisten Menschen mit dem Einkaufszettel ein.

    Noch kurz zu deiner Frage die Du gestellt hast, zu dem Glastouch.
    Wir verfügen über eine Technik, die es uns erlaubt den Touch bis zu 10mm dicken Glas hindurch zu bedienen! Das Hinterglassystem ist Modular, das heißt ein TFT mit LED-Backlight, der Touch und das Glas bilden eine Einheit, der Rechner mit Drucker wird separat an einem passenden Platz angebracht. Das System kann daher auch hinte Glasrückwände (6 mm) mit integriert werden.
    Sorry, das ist jetzt doch etwas länger geworden, aber ich hoffe es konnte etwas
    zum besseren Verständnis beitragen.

    Viele Grüße
    Manfred

  • passsy sagt:

    Klasse Manfred für deine ausführliche Antwort. Jetzt sind viele Dinge deutlich klarer geworden.
    Jedoch sehe ich die Vorteile einer Offenen Systems. Wenn bei euch in der Software eine Heizungssteuerung Integriert sein soll, muss erst mal der Heizungshersteller bei euch anfragen, ob ihr das integrieren könnt. Sie können es nicht selbstständig bei euch ins System integrieren.
    Heizungssteuerungs Apps gibt es bereits. Hier ein Beispiel: http://www.tga-fachplaner.de/TGA-2011-5/App-zur-Heizungssteuerung,QUlEPTMxNTkzNyZNSUQ9MTAwMjQ4.html

    Jedoch werden diese Apps wohl für den breiten Markt (iOS und Android) entwickelt und wohl kaum für ein so kleines System wie euers. Auf diese Apps könnt ihr leider nicht zurückgreifen.

    Außerdem seit ihr ja nicht alleine bei der Smarthome Idee. Siedle beispielsweise stellt Dienste wie Telefonanlagen, Heizungssteuerungen und sämtliche andere Dinge bereits jetzt schon auf iOS um.
    http://www.progplan.it/de/siedle.php
    http://itunes.apple.com/de/app/isiedle/id384428275?mt=8

    Und ich selbst habe lieber eine App für jede Tätigkeit, als ein Monsterprogramm in dem alles vereint ist

    Das Design eures Programms wirkt vielleicht deshalb so “alt” und unmodern, weil es voll mit Informationen ist. Das ist man von Touchoberflächen nicht gewohnt. Da ist es logisch, dass man den Stift braucht, sonst klickt man ständig daneben. Mich hat es ein wenig an Windows CE erinnert :D

  • Manfred sagt:

    Das System ist offen, man kann mehrere Anwendungen mit ‘integrieren’. Integrieren heisst in dem Fall, eine Anwendung (z.B. Heizung auch älteren Datums) auf dem System installieren und die Anwendung aus dem Programm starten.
    Stift braucht man definitve auch nicht, das wurde im Video lediglich zur besseren Darstellung verwendet.
    Das wollt ich nur noch klarstellen. Und es ist ja auch in Ordnung wenn
    Jeder seine eigene Ansicht dazu hat, wie und womit er was organisieren will.
    In diesem Sinne … ich werde die ‘Anregungen’ beherzigen :-)

  • Felix sagt:

    Hallo,
    schön zu sehen, dass sich Entwickler auch für Feedback im Netz interessieren!

    Ich denke das System ist als Komplettlösung für den Haushalt gedacht, die einfach zu bedienen, robust ist und alle wichtigen Funktionen im Haus umfassen kann.
    Für Passy als technikversierter und Tablet Begeisterter hat das System wohl zu wenig Anpassungs- und Individualisierungsmöglichkeiten.
    Für viele Anwender ist es aber glaube ich am komfortabelsten, wenn das ganze installiert wird und dann ohne viel Aufwand und Wartung funktioniert.

    Da muss jeder entscheiden, was ihm lieber ist und wie viel Geld er investieren möchte. Ob er ein stationäres Gerät möchte das zuverlässig zur Stelle ist und spezeill für den Haushalt zugeschnitten wurde.
    Oder eines, das man mit sich herum tragen kann und über Drahtlosnetzwerk und Internet an verschiedene Funktionen angebunden ist jedoch vermutlich mit einigem Eignenaufwand eingerichtet werden muss.

    Gruß Felix

  • Manfred sagt:

    Und hier noch ein Grund, warum man myKIC als Küchen-PC
    einsetzen solte:

    https://plus.google.com/108635198256823282564/posts/3p6vysA8X7K

    Don’t worry

  • [...] Pascal steht dem myKIC etwas kritisch gegenüber und setzt eher auf ein Tablet oder Smartphone. Deshalb fallen seine Vorschläge auch etwas anders aus, er würde sich den Küchen PC so nicht zulegen. [...]

  • Ich glaube, wenn ich mir demnächst eine neue Küche zulege brauche ich ganz bestimmt keinen Computer um mir mein Gulasch oder mein Kartoffelpüree zuzubereiten. Man braucht nun wirklich jede Innovation mitzumachen.

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